Mangan25

Mangan übersetzt Welten




Neugier/Angst. Wissen/Erfahrung.
Bewegung in Landschaft.
Erkennen durch Distanz.
Sich spüren.
Austausch in Permanenz.
Leidenschaft. Sackgang.
Hitze und Fremde.
Die Unvergesslichkeit der Tage, der Nächte.
Der Flirt mit dem Desaster.
Der Schutz der Gruppe.
Schwarmintelligenz.



Mangan25 ist…


…eine interdisziplinäre Künstlergruppe, die sich ihre gemeinsamen Arbeitsgrundlagen primär in bereisbaren Erfahrungsräumen erarbeitet. Ungewöhnliche Landschaften, schwer zugängliche Habitate und Expeditionen im Grenzgangbereich stehen im Fokus von Mangan25. Seit 2004 begibt sich die Gruppe immer wieder neu auf Spurensuche. Der Nanga Parbat und die Wüste Namibias gehören ebenso zu den bisherigen Zielen, wie der Regenwald Venezuelas und Spitzbergen im Arktischen Ozean. Mangan25 war auf den Spuren Leichhardts in der australischen Simpsonwüste und auf Flussexpedition im Grenzland von Neisse und Oder. Wiederkehrende Reisemotive sind die selbstbestimmte Erfahrung unter erschwerten Bedingungen: Das „Sich-Aussetzen“ im Material. Die Empirie. Die Studie geschichtlicher Themen. Dabei entstehen Malerei, Videoart, Fotografie, Texte, Hörspiel und Feature.
2014 wurden die Arbeitsergebnisse des bisherigen Schaffens erstmalig in einem gemeinsamen Aktionsraum im kunst.museum.dieselkraftwerk.cottbus und im Waschhaus Kunstraum Potsdam ausgestellt. Die Werkschau entfaltete die „Bewegungen im Raum“, denen sich die Künstler aussetzen. Eine dynamische Schau aus Installation, Malerei und Skulptur, Text, Fotografie und Equipment.



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Kai-Uwe Kohlschmidt
Autor und Komponist




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Arta Adler
Schauspielerin und Ärztin



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Peter Adler
Maler und Bildhauer




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Gordon Adler
Fotograf und Designer
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Isabel Neyses
Produzentin und Kamerafrau


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Wolfgang Wagner
Schauspieler, Sprecher und Übersetzer



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Momo Kohlschmidt
Schauspielerin, Regisseurin und Sängerin
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Georg Linde
Rechtsanwalt und Afrikawissenschaftler
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Tom Franke
Dokumentarfilmregisseur und Kameramann




Kai-Uwe Kohlschmidt „Mangan25 – Wurzeln und Wachsen“

Wie etwas anfängt, wo so etwas beginnt? Auf LSD im Spreewald, im Biospherenreservat. Eintauchen als Stalker in das Bildtempo Tarkowskis. Das Verbinden natürlicher Tempi der Fließe und Ströme mit dem Jetstream des Denkens. Die Förderlichkeit aus Ungewissheit, Naturraumerfahrung und Fragestellung zum Sinnieren zu allen erdenklichen Themen und Antworten im Überfluss. Später das Wiederentdecken dieser Erlebnisse in Messners Büchern. Die Todeszone! Der perfekte Raum zum Meditieren, den eigenen Wahnsinn ergründen, nicht ergrübelt, nicht erfeiert, sondern durch eine kühne und sinnlose Tat. Nach dem dreiundvierzigsten Buch die Verzweiflung, selbst kein Bergsteiger zu sein, sondern ein unbeholfener Künstler in Faszinationsstarre vor der sportlichen Kasteiung. Dann der Heureka-Moment. Messner schreibt, dass bei Höhengewittern am Manaslu die Steigeisen und Zeltstangen anfangen zu summen. Die enorme Elektrizität in der Luft. Und das war es. Music in the deathzone. Ich mußte einen Weg finden, diese Klänge einzufangen. Aber auch das Atmen, das Röcheln, die Lawinen, der Steinschlag. Sounds von der Grenze des Machbaren. Das würde die Textur bilden, die Grundlage einer Todeszonensinfonie.
Schreiben an Bergsteiger. Wer nimmt mich mit? Messner würde, kann aber nicht, er geht gerade nicht in die Berge. Dann eine Nachricht, die Sachsen vom selbigen Alpinclub sind interessiert. Warten. Euphorie. Ein Virus, der meinen Freundeskreis ansteckt. Auch sie schon immer Reisende. Und vor allem Künstler. Als wir gemeinsam 2004 zum Nanga Parbat aufbrechen, nennen wir uns noch die Deutsche Kunstexpedition. Als wir fünf Wochen später zurückkehren, haben wir mehr erlebt, als wir uns vorstellen konnten und auch lieb sein konnte. Einer unserer Bergsteiger kam vom Gipfel nicht zurück. Zurück in Deutschland transformierte sich all das Erlebte, das Dramatische, das Tragische, wie das Schöne in vielfältigste Arbeitsergebnisse, aus denen schließlich Mangan25 entstand. Die Idee, gezielten Reisens im Grenzgangbereich zum Zwecke der Empirie und Inspiration.